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	<description>Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin</description>
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		<title>Wissenshäppchen: Erkenntnisse aus dem EMA-Seminar &#8222;Ernährungsmedizinische Teams im Krankenhaus erfolgreich etablieren &#8211; vom Konzept bis zur Umsetzung&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Steinebrunner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2026 12:16:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mangelernährung im Krankenhaus ist häufig, klinisch relevant und dennoch strukturell oft unzureichend adressiert. Im EMA-Seminar zeigten Monika und Gert Bischoff praxisnah, wie ernährungsmedizinische Teams aufgebaut und nachhaltig implementiert werden können – einschließlich strategischer Ansätze zur Einbindung zentraler Akteur:innen und zur [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mangelernährung im Krankenhaus ist häufig, klinisch relevant und dennoch strukturell oft unzureichend adressiert. Im EMA-Seminar zeigten Monika und Gert Bischoff praxisnah, wie ernährungsmedizinische Teams aufgebaut und nachhaltig implementiert werden können – einschließlich strategischer Ansätze zur Einbindung zentraler Akteur:innen und zur Verankerung in klinischen Strukturen.</p>
<p><strong>Struktur: Team statt Einzelkämpfer</strong></p>
<p>Zentrale Voraussetzung ist ein funktionierendes Ernährungsteam aus Ernährungsmediziner:in und qualifizierter Ernährungsfachkraft. Ernährungsmedizin ist ein Querschnittsfach und erfordert die enge Zusammenarbeit mit Pflege, Küche, Verwaltung und weiteren Disziplinen. Entscheidend ist ein pragmatischer Einstieg: kleine, funktionierende Strukturen sind langfristig erfolgreicher als ambitionierte, aber nicht umsetzbare Gesamtkonzepte.</p>
<p><strong>Finanzierung: Zwischen DRG-System und neuen Ansätzen</strong></p>
<p>Die Refinanzierung erfolgt aktuell primär indirekt über das DRG-System, etwa durch Codierung von Mangelernährung als Nebendiagnose oder ernährungstherapeutischer Maßnahmen als Prozeduren. Der OPS-Code für die ernährungsmedizinische Komplexbehandlung (8-98j) bildet die Leistung zwar strukturiert ab, ist bislang jedoch nur eingeschränkt erlösrelevant.</p>
<p>Neue Perspektiven eröffnen Qualitätsverträge nach §110a SGB V: Sie ermöglichen erstmals eine direkte Vergütung ernährungsmedizinischer Leistungen und fördern eine strukturierte Versorgung. Erste Erfahrungen zeigen sowohl eine verbesserte Versorgungsqualität als auch eine verlässlichere Finanzierung entsprechender Strukturen.</p>
<p><strong>Praxisbeispiel: Mangelernährung systematisch angehen</strong></p>
<p>Ein niedrigschwelliger Einstieg gelingt über ein standardisiertes Screening bei Aufnahme, z. B. mittels NRS-2002, mit automatisierter Einbindung des Ernährungsteams bei auffälligen Befunden. Ergänzt durch Assessment, individuelle Therapieplanung und Verlaufskontrollen entsteht ein klar strukturierter Behandlungspfad.</p>
<p>Die klinische Relevanz ist deutlich: In Erhebungen liegt die Energieaufnahme hospitalisierter Patient:innen teils bei nur etwa 400 kcal/Tag. Evidenz aus randomisierten Studien zeigt, dass eine individualisierte Ernährungstherapie Mortalität und Komplikationen signifikant reduziert und zugleich kosteneffektiv ist.</p>
<p><strong>Limitationen und Herausforderungen</strong></p>
<p>Die Umsetzung bleibt kontextabhängig: Ressourcen, Personalverfügbarkeit und klinikinterne Prozesse variieren erheblich. Zudem ist die aktuelle Erlössituation weiterhin begrenzt und erfordert fundierte Kenntnisse zu Kodierung und Kostenstrukturen. Auch der Transfer evidenzbasierter Konzepte in den Versorgungsalltag gelingt nicht überall gleichermaßen.</p>
<p><strong>Implikationen für die Praxis</strong></p>
<p>Für die klinische Praxis ergibt sich ein klarer Handlungsauftrag:<br />
Strukturiertes Screening, frühzeitige Intervention und interprofessionelle Zusammenarbeit können Behandlungsergebnisse messbar verbessern. Bereits kleine organisatorische Schritte – etwa automatisierte Konsile oder klar definierte Behandlungspfade – ermöglichen einen realistischen Einstieg. Perspektivisch gewinnen zudem Qualitätssicherungsinstrumente und Zertifizierungen an Bedeutung für Sichtbarkeit und Versorgungsstandard. In diesem Kontext tragen unabhängige Zertifizierungssysteme wie nutriZert – Zertifikate für ernährungsmedizinische Einrichtungen – dazu bei, strukturelle und personelle Qualitätskriterien transparent abzubilden und die Vergleichbarkeit ernährungsmedizinischer Versorgungsangebote zu erhöhen.</p>
<p><strong>Zu den Referierenden</strong></p>
<p>Monika Bischoff ist Diplom-Ökotrophologin mit langjähriger Erfahrung in der klinischen Ernährungsmedizin. Dr. med. Gert Bischoff ist Internist und Ernährungsmediziner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) sowie in mehreren Fachgesellschaften aktiv. Gemeinsam leiten sie das Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention (ZEP) am Krankenhaus Barmherzige Brüder München und engagieren sich seit vielen Jahren für die strukturelle Verankerung der Ernährungsmedizin im klinischen Alltag.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wer sich vertieft mit aktuellen Themen der Ernährungsmedizin beschäftigen möchte, findet in der Online-Seminarreihe „Ernährungsmedizin aktuell – Neues aus Forschung und Praxis“ regelmäßig kompakte, evidenzbasierte Einblicke in klinisch relevante Fragestellungen.</em></p>
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		<title>Wissenshäppchen: Erkenntnisse aus dem EMA-Seminar &#8222;Personalisierte Ernährung&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Steinebrunner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2026 08:22:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die personalisierte Ernährung gilt seit Jahren als vielversprechender Ansatz, um Ernährungsempfehlungen individueller und wirksamer zu gestalten. Im EMA-Seminar zeigte Prof. Dr. Hannelore Daniel jedoch eindrücklich, dass Anspruch und wissenschaftliche Evidenz bislang deutlich auseinanderliegen. Ausgehend von der Entschlüsselung des Humangenoms entstand [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die personalisierte Ernährung gilt seit Jahren als vielversprechender Ansatz, um Ernährungsempfehlungen individueller und wirksamer zu gestalten. Im EMA-Seminar zeigte Prof. Dr. Hannelore Daniel jedoch eindrücklich, dass Anspruch und wissenschaftliche Evidenz bislang deutlich auseinanderliegen.</p>
<p>Ausgehend von der Entschlüsselung des Humangenoms entstand die Erwartung, genetische Informationen könnten präzise Ernährungsempfehlungen ermöglichen. Die Datenlage spricht jedoch dagegen: Für Adipositas sind inzwischen über 1.000 genetische Varianten bekannt, die zusammen jedoch nur etwa 7 % der Varianz erklären. Ähnliche Befunde zeigen sich für Typ-2-Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen. Einzelne genetische Effekte sind klein, ein diagnostischer oder therapeutischer Zusatznutzen ergibt sich daraus bislang nicht.</p>
<p>Auch das Darmmikrobiom wird häufig als zentraler Schlüssel zur Personalisierung diskutiert. Die wissenschaftliche Datenlage zeigt jedoch erhebliche methodische Limitationen: Analysen sind kaum standardisiert, Ergebnisse zwischen Laboren variieren und basieren meist auf relativen statt absoluten Messgrößen. Selbst in großen Kohorten lassen sich nur etwa 10–15 % der beobachteten Unterschiede erklären – der Einfluss der Ernährung ist dabei überraschend gering.</p>
<p>Ein weiterer Fokus liegt auf individuellen Stoffwechselreaktionen, etwa postprandialen Glukoseanstiegen. Studien zeigen tatsächlich große interindividuelle Unterschiede. Allerdings relativiert sich deren Bedeutung: Personenspezifische Faktoren wie Mikrobiom oder Anthropometrie erklären jeweils nur kleine Anteile der Varianz.</p>
<p>Randomisierte Studien liefern ein konsistentes Bild: Personalisierte Ernährung führt gegenüber allgemeinen Empfehlungen zwar zu Verbesserungen, jedoch unabhängig davon, ob genetische, metabolische oder andere Zusatzinformationen einbezogen werden. Auch genetisch basierte Diäten oder komplexe Algorithmen zeigen keinen relevanten Zusatznutzen gegenüber etablierten, leitlinienbasierten Beratungskonzepten.</p>
<p><strong>Limitationen und Einordnung</strong></p>
<p>Die bisherigen Konzepte sind häufig durch einen technologiegetriebenen Ansatz geprägt und richten sich vor allem an eine selektierte Zielgruppe („healthy &amp; wealthy“). Sie sind kostenintensiv, wenig alltagstauglich und fokussieren überwiegend auf gesundheitliche Aspekte, ohne soziale, ökonomische oder verhaltensbezogene Faktoren ausreichend zu berücksichtigen.<br />
Zudem bleibt ein Großteil der interindividuellen Unterschiede bislang ungeklärt.</p>
<p><strong>Implikationen für die Praxis</strong></p>
<p>Für die klinische und ernährungstherapeutische Praxis lassen sich mehrere Schlussfolgerungen ableiten:</p>
<ul>
<li>Personalisierung wirkt vor allem durch individuelle Ansprache und Verhaltensänderung, nicht durch komplexe Biomarker</li>
<li>Genetische oder mikrobiombasierte Analysen bieten aktuell keinen klaren Zusatznutzen für Routineempfehlungen</li>
<li>Ein praktikabler Ansatz liegt in einfachen, individualisierten Interventionen (z. B. basierend auf Ernährungsprotokollen wie FFQs)</li>
<li>Zukünftige Potenziale liegen in digitalen Tools und KI-gestützten Systemen, die „in-time“ und „on-spot“ Empfehlungen im Alltag ermöglichen</li>
<li>Entscheidender wird ein verhaltensorientierter, kontextsensitiver Ansatz, der Lebensumstände und Ressourcen einbezieht</li>
</ul>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Die personalisierte Ernährung befindet sich im Wandel: Weg von einer primär biomedizinisch-technologischen Vision hin zu einem integrativen Konzept, das Verhalten, Kontext und Umsetzbarkeit stärker berücksichtigt. Die größte Herausforderung bleibt die evidenzbasierte Implementierung in die Praxis.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Über die Referentin</strong><br />
Prof. Dr. Hannelore Daniel ist emeritierte Professorin für Ernährungsphysiologie an der Technischen Universität München. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Molekularen Ernährungswissenschaft, insbesondere in den Bereichen Nährstofftransport, Stoffwechselregulation und Systembiologie der Ernährung. Sie zählt zu den international renommiertesten Forscherinnen auf diesem Gebiet, war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gremien und ist Autorin wegweisender Publikationen zur personalisierten Ernährung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer tiefer in aktuelle Themen der Ernährungsmedizin einsteigen möchte, findet in der Online-Seminarreihe „Ernährungsmedizin aktuell – Neues aus Forschung und Praxis“ weitere wissenschaftlich fundierte und praxisrelevante Impulse. Die Seminarreihe wird in Kooperation mit der DGEM e. V. durchgeführt und richtet sich an Mediziner:innen, Studierende, Ernährungsfachkräfte sowie weitere Gesundheitsberufe.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://daem.de/wissenshaeppchen-erkenntnisse-aus-dem-ema-seminar-personalisierte-ernaehrung/">Wissenshäppchen: Erkenntnisse aus dem EMA-Seminar &#8222;Personalisierte Ernährung&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://daem.de">DAEM</a>.</p>
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		<title>Wissenshäppchen: Erkenntnisse aus dem EMA-Seminar &#8222;Sporternährung&#8220;</title>
		<link>https://daem.de/wissenshaeppchen-erkenntnisse-aus-dem-ema-seminar-sporternaehrung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Steinebrunner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2026 16:23:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sporternährung ist weit mehr als die Frage nach Proteinshakes oder „dem richtigen“ Riegel. Im EMA-Seminar zeigte Prof. Dr. Petra Platen (Ruhr-Universität Bochum), wie stark Energieverfügbarkeit und Nährstofftiming Leistungsfähigkeit, Regeneration und Gesundheit beeinflussen – vom ambitionierten Freizeitsport bis zum Hochleistungssport. Im [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sporternährung ist weit mehr als die Frage nach Proteinshakes oder „dem richtigen“ Riegel. Im EMA-Seminar zeigte Prof. Dr. Petra Platen (Ruhr-Universität Bochum), wie stark Energieverfügbarkeit und Nährstofftiming Leistungsfähigkeit, Regeneration und Gesundheit beeinflussen – vom ambitionierten Freizeitsport bis zum Hochleistungssport. Im Mittelpunkt standen dabei praxisrelevante Fragen: Welche Nährstoffe sind in welcher Situation entscheidend? Wie lassen sich Empfehlungen evidenzbasiert umsetzen? Und wo liegen typische Fehlerquellen?</p>
<p><strong>Gleiche Prinzipien – unterschiedliche Dimensionen<br />
</strong>Für den Freizeit- und Breitensport (z. B. zwei- bis dreimal Training pro Woche) genügt in der Regel eine vollwertige, ausgewogene Ernährung mit moderat erhöhter Energiezufuhr. Beim Laufen kann überschlägig mit etwa 1 kcal pro kg Körpergewicht und Kilometer gerechnet werden. Spezifische Supplementstrategien sind hier meist nicht erforderlich; entscheidend ist die Gesamtqualität der Ernährung.</p>
<p>Im Leistungs- und Hochleistungssport hingegen erreicht der Energieumsatz teils extreme Größenordnungen. Je nach Disziplin und Trainingsumfang werden mehrere tausend Kilokalorien zusätzlich pro Woche benötigt; bei mehrstündigen Hochbelastungen wie Bergetappen im Profiradsport können Tagesumsätze von bis zu 8.000 kcal auftreten. Mit steigender Intensität verschiebt sich die Substratnutzung deutlich in Richtung Kohlenhydratoxidation – eine ausreichende Kohlenhydratverfügbarkeit ist daher Voraussetzung für die Aufrechterhaltung hoher Leistungsintensitäten.</p>
<p><strong>Kohlenhydratmanagement und Regeneration<br />
</strong>Evidenzbasierte Daten zeigen, dass unter intensiver Belastung durch die Kombination von Glukose und Fruktose höhere Oxidationsraten erzielt werden können als mit Glukose allein. Praktisch relevant sind bei sehr langen Belastungen Zufuhrmengen von etwa 60–90 g Kohlenhydraten pro Stunde – angepasst an Körpergewicht, Intensität und individuelle Verträglichkeit.</p>
<p>Für die Regeneration gilt: Eine frühzeitige Kohlenhydratzufuhr in den ersten Stunden nach Belastungsende beschleunigt die Glykogenresynthese. Richtwerte liegen bei etwa 1–1,2 g pro kg Körpergewicht und Stunde; bei maximaler Ausschöpfung der Resyntheserate werden bis zu 1,5 g/kg KG/h diskutiert. Eine ergänzende Proteinzufuhr unterstützt zusätzlich die Muskelproteinsynthese, insbesondere nach hochintensiven oder kraftbetonten Einheiten.</p>
<p>Gleichzeitig bestehen physiologische Grenzen. Magenentleerung, intestinale Absorption und metabolische Kapazität limitieren die Aufnahmefähigkeit. Eine überhöhte Kohlenhydratzufuhr kann zu gastrointestinalen Beschwerden führen. Ernährungsstrategien sollten daher individuell angepasst und im Training gezielt erprobt werden.</p>
<p><strong>Relatives Energiemangel-Syndrom im Sport (RED-S)<br />
</strong>Ein besonderer Schwerpunkt des Vortrags lag auf dem Relativen Energiemangel-Syndrom im Sport (RED-S). Entscheidend ist hier nicht allein die Energiebilanz, sondern die Energieverfügbarkeit – also die Energiemenge, die nach Abzug des trainingsbedingten Energieverbrauchs für grundlegende physiologische Funktionen verbleibt, bezogen auf die fettfreie Masse.</p>
<p>Als Orientierungswert gelten etwa 45 kcal pro kg fettfreier Masse und Tag für eine stabile hormonelle Regulation. Sinkt die Energieverfügbarkeit dauerhaft in den Bereich von etwa 30 kcal/kg FFM/Tag oder darunter, kommt es zu adaptiven Stoffwechselveränderungen.</p>
<p>Betroffen sein können unter anderem:</p>
<ul>
<li>das Reproduktionssystem (z. B. Zyklusstörungen, Testosteronmangel),</li>
<li>der Knochenstoffwechsel (erhöhtes Risiko für Stressfrakturen),</li>
<li>die Schilddrüsenfunktion,</li>
<li>die Immunfunktion sowie</li>
<li>Regenerationsfähigkeit und Leistungsentwicklung.</li>
</ul>
<p>RED-S betrifft nicht nur Athletinnen, sondern auch männliche Sportler – insbesondere in Sportarten mit hohem Trainingsumfang oder Gewichtsdruck. Eine chronisch zu niedrige Energieverfügbarkeit kann trotz scheinbar ausgeglichener Energiebilanz bestehen, da der Organismus mit einer Reduktion des Gesamtenergieverbrauchs reagiert.</p>
<p><strong>Limitationen der Evidenz<br />
</strong>Viele Schwellenwerte zur Energieverfügbarkeit beruhen auf kontrollierten Kurzzeitstudien mit kleinen, häufig jungen Kollektiven. Individuelle Unterschiede in Trainingszustand, Körperzusammensetzung und Adaptationsfähigkeit sind erheblich. Zudem ist die präzise Erfassung von Energieverbrauch und fettfreier Masse im Praxisalltag nur eingeschränkt möglich.</p>
<p><strong>Implikationen für die Praxis<br />
</strong>Für die ernährungsmedizinische Beratung ergibt sich daraus:</p>
<ul>
<li>Im <strong>Freizeitsport</strong> steht die Qualität einer ausgewogenen Ernährung im Vordergrund.</li>
<li>Im <strong>Leistungssport</strong> sind strukturiertes Kohlenhydratmanagement, gezielte Regenerationsstrategien und die Sicherstellung einer ausreichenden Energieverfügbarkeit essenziell.</li>
<li>Bei Leistungsabfall, Zyklusstörungen, Stressfrakturen oder erhöhter Infektanfälligkeit sollte RED-S differenzialdiagnostisch berücksichtigt werden.</li>
</ul>
<p>Sporternährung erfordert somit spezifische Expertise – sowohl zur Leistungsoptimierung als auch zur Prävention gesundheitlicher Risiken.</p>
<p><strong>Über die Referentin</strong><br />
Prof. Dr. Petra Platen ist Leiterin des Lehrstuhls für Sportmedizin und -ernährung an der Ruhr-Universität Bochum (RUB).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer aktuelle Themen der Ernährungsmedizin evidenzbasiert und praxisnah vertiefen möchte, findet in der Online-Seminarreihe „Ernährungsmedizin aktuell – Neues aus Forschung und Praxis“ weitere wissenschaftlich fundierte und anwendungsorientierte Impulse. Die Reihe wird seit 2025 in Kooperation mit der DGEM e. V. durchgeführt und richtet sich an Mediziner:innen, Studierende, Ernährungsfachkräfte sowie weitere Gesundheitsberufe.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://daem.de/wissenshaeppchen-erkenntnisse-aus-dem-ema-seminar-sporternaehrung/">Wissenshäppchen: Erkenntnisse aus dem EMA-Seminar &#8222;Sporternährung&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://daem.de">DAEM</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Einheitliches Qualitätssiegel jetzt auch für ernährungstherapeutische Praxen</title>
		<link>https://daem.de/einheitliches-qualitaetssiegel-jetzt-auch-fuer-ernaehrungstherapeutische-praxen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Steinebrunner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 11:37:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Berlin, 25. Februar 2026 – Menschen mit ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie Adipositas, Mangelernährung oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben es bislang oft schwer, qualitätsgesicherte ambulante Praxen für Ernährungstherapie zu finden. Verlässliche Informationen zu geeigneten Einrichtungen fehlen – sowohl für Patientinnen und Patienten als auch [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://daem.de/einheitliches-qualitaetssiegel-jetzt-auch-fuer-ernaehrungstherapeutische-praxen/">Einheitliches Qualitätssiegel jetzt auch für ernährungstherapeutische Praxen</a> erschien zuerst auf <a href="https://daem.de">DAEM</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b><span data-contrast="auto">Berlin, 25. Februar 2026 – Menschen mit ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie Adipositas, Mangelernährung oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben es bislang oft schwer, qualitätsgesicherte ambulante Praxen für Ernährungstherapie zu finden. Verlässliche Informationen zu geeigneten Einrichtungen fehlen – sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Hausärztinnen und Hausärzte, die überweisen möchten. Das soll sich nun ändern: Erstmals können auch niedergelassene ernährungstherapeutische Praxen nach dem unabhängigen nutriZert-System zertifiziert werden. Damit stehen künftig bundesweit objektive und vergleichbare Informationen zu qualifizierten Angeboten der Ernährungstherapie zur Verfügung.</span></b><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:2,&quot;335559740&quot;:340}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Das nutriZert-System ist bereits aus Kliniken, Klinikabteilungen und ernährungsmedizinischen Praxen bekannt. Mit der Öffnung für ernährungstherapeutische Praxen wird erstmals die gesamte Versorgungskette der Ernährungsmedizin und Ernährungstherapie in einem einheitlichen, transparenten Qualitätssystem abgebildet.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><b><span data-contrast="auto">Einheitliches Qualitätssystem für die gesamte Versorgung</span></b><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Zertifiziert werden nicht einzelne Personen, sondern die Strukturen und Abläufe der Einrichtungen. Geprüft wird unter anderem, ob die organisatorischen Voraussetzungen bestehen, um evidenzbasierte Ernährungstherapie nach dem German Nutrition Care Process (G-NCP) umzusetzen. Die Zertifizierung ergänzt damit den persönlichen Qualifikationsnachweis der Fachkräfte (E-Zert).</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span><span data-contrast="auto">„Qualität in der Ernährungstherapie entsteht nicht allein durch persönliche Qualifikation, sondern durch verlässliche, fachlich fundierte Strukturen“, betont Professor Dr. rer. nat. Peter Stehle, Präsident der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM).</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span><b><span data-contrast="auto">Bessere Auffindbarkeit qualitätsgesicherter Angebote</span></b><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Alle zertifizierten Einrichtungen werden zentral auf </span><a href="http://www.nutrizert.de"><span data-contrast="none">www.nutrizert.de</span></a><span data-contrast="auto"> dargestellt. Dort finden sich Angaben zu Qualifikationen, Behandlungsschwerpunkten und Versorgungsangeboten. Für Patientinnen und Patienten wird qualitätsgeprüfte Ernährungstherapie damit leichter auffindbar und klar von nicht überprüfbaren Angeboten abgegrenzt.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span><span data-contrast="auto">„Eine qualifizierte Ernährungstherapie kann den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen – vorausgesetzt, Betroffene finden passende Angebote“, sagt Dr. med. Gert Bischoff, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM). „Mit der Erweiterung von nutriZert stärken wir gezielt die Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung.“</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span><b><span data-contrast="auto">Stärkung der ambulanten Ernährungstherapie</span></b><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Für ernährungstherapeutische Praxen steht mit nutriZert erstmals ein einheitliches, unabhängiges Instrument zum Nachweis von Qualität in Organisation und Prozessen zur Verfügung. Gleichzeitig werden sie stärker in ein bundesweites Netzwerk aus Kliniken, Klinikabteilungen und ernährungsmedizinischen Praxen eingebunden.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span><span data-contrast="auto">„Die Zertifizierung macht ernährungstherapeutische Praxen als professionell organisierte Versorgungseinrichtungen sichtbar“, sagt Dr. Andrea Lambeck, Geschäftsführerin des BerufsVerbands Oecotrophologie e. V. (VDOE).</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span><b><span data-contrast="auto">Starke Partner für eine bessere Versorgung</span></b><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Getragen wird die Erweiterung von nutriZert durch eine gemeinsame Initiative der Berufsverbände Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD), BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE) und Berufsverband Deutscher Ernährungsmedizinerinnen und Ernährungsmediziner e. V. (BDEM) sowie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM) und der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin e. V. (DAEM). Ziel ist es, qualitativ hochwertige Ernährungstherapie entlang der gesamten Versorgungskette zu fördern, sichtbar zu machen und strukturell zu verankern – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten und des Gesundheitssystems.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong><br />
<a href="http://www.nutrizert.de/" target="_blank" rel="noopener">www.nutrizert.de </a></p>
<p><a href="https://www.dgem.de/" target="_blank" rel="noopener">www.dgem.de</a></p>
<p><a href="http://www.bdem.de/" target="_blank" rel="noopener">www.bdem.de  </a></p>
<p><a href="http://www.vdd.de"><span data-contrast="none">www.vdd.de</span></a><span data-contrast="auto"> </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><a href="http://www.vdoe.de"><span data-contrast="none">www.vdoe.de</span></a><span data-contrast="auto"> </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://daem.de/einheitliches-qualitaetssiegel-jetzt-auch-fuer-ernaehrungstherapeutische-praxen/">Einheitliches Qualitätssiegel jetzt auch für ernährungstherapeutische Praxen</a> erschien zuerst auf <a href="https://daem.de">DAEM</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der besondere Fall &#8211; Mangelernährung bei Pankreaskarzinom</title>
		<link>https://daem.de/der-besondere-fall-mangelernaehrung-bei-pankreaskarzinom/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Steinebrunner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2026 09:36:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der besondere Fall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Patientendaten: Geschlecht: weiblich Alter: 72 Jahre Beruf: Rentnerin Aktivität: 1×/Woche Physiotherapie Nikotin: aktiv, 75 Pack-Years Alkohol: nein Anthropometrie bei Erstvorstellung: 163 cm, 49 kg, BMI 18,4 kg/m², Gewichtsverlust ca. 15 kg in 3 Monaten (&#62;10 %) Anamnese/ Fallbeschreibung: Die Patientin [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://daem.de/der-besondere-fall-mangelernaehrung-bei-pankreaskarzinom/">Der besondere Fall &#8211; Mangelernährung bei Pankreaskarzinom</a> erschien zuerst auf <a href="https://daem.de">DAEM</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Patientendaten:</strong></h5>
<ul>
<li>Geschlecht: weiblich</li>
<li>Alter: 72 Jahre</li>
<li>Beruf: Rentnerin</li>
<li>Aktivität: 1×/Woche Physiotherapie</li>
<li>Nikotin: aktiv, 75 Pack-Years</li>
<li>Alkohol: nein</li>
<li>Anthropometrie bei Erstvorstellung: 163 cm, 49 kg, BMI 18,4 kg/m², Gewichtsverlust ca. 15 kg in 3 Monaten (&gt;10 %)</li>
</ul>
<h5><strong>Anamnese/ Fallbeschreibung:</strong></h5>
<p>Die Patientin wurde aus einem externen Klinikum in unser Tumorzentrum überwiesen. Dort war sie initial notfallmäßig aufgenommen worden. Anamnestisch bestanden seit etwa drei Monaten Schwindel, Appetitmangel, Diarrhöen und ein ungewollter Gewichtsverlust (≈ 15 kg). Der Rettungsdienst wurde alarmiert, nachdem die Patientin aufgrund zunehmender Schwäche zu Hause gestürzt war und nicht mehr selbstständig aufstehen konnte.</p>
<p>In der externen Diagnostik (ÖGD/EUS) zeigte sich eine Raumforderung im Pankreaskopf mit vorgeschalteter Dilatation des pankreatikobiliären Gangsystems und präpapillärem Gangabbruch. Die im Rahmen der EUS entnommene Biopsie ergab histopathologisch lediglich unauffällige intestinale Zylinderepithelien ohne Hinweis auf Malignität. Zur weiteren Abklärung und operativen Versorgung erfolgte die Zuweisung an unser Zentrum.</p>
<p>Relevante Komorbiditäten waren eine Refluxkrankheit, ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus Typ 2 sowie eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK).</p>
<h5><strong>Befunde und Diagnosen:</strong></h5>
<p>Der Fall wurde interdisziplinär im Tumorboard diskutiert. Bei weiterhin auf Basis der Bildgebung bestehendem Malignitätsverdacht wurde eine operative Exploration mit ggf. pyloruserhaltender Pankreaskopfresektion empfohlen. Die Operation wurde komplikationslos durchgeführt und der Tumor konnte vollständig reseziert werden. Intraoperativ wurde präemptiv ein Jejunalkatheter zur enteralen Ernährung angelegt.</p>
<p>Postoperativ kam es zu einem schweren komplikativen Verlauf. Die Patientin entwickelte am 2. postoperativen Tag eine progrediente Ruhedyspnoe und Tachykardie mit respiratorischer Erschöpfung. Ein CT schloss eine Lungenarterienembolie aus. Laborchemisch zeigte sich jedoch ein Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI). In der Koronarangiographie fand sich eine hochgradige Stenose der rechten Koronararterie, sodass eine Stentimplantation erfolgte.</p>
<p>Im weiteren Verlauf entwickelte die Patientin bei bekannter pAVK eine Beinischämie rechts. Trotz mehrfacher interventioneller und gefäßchirurgischer Maßnahmen musste letztlich eine Oberschenkelamputation rechts durchgeführt werden. Zusätzlich trat eine akute Armischämie rechts auf, die interventionell erfolgreich behandelt werden konnte.</p>
<p>Die Behandlungen erfolgten im Rahmen eines langen intensivmedizinischen Aufenthalts, gefolgt von einem mehrwöchigen Aufenthalt auf Normalstation. Während des Intensivaufenthalts kam es zu einem weiteren Gewichtsverlust von etwa 5 kg. Auf Normalstation wurde der Kostaufbau unter medikamentöser Unterstützung fortgeführt. Neben der selbstständigen oralen Nahrungsaufnahme wurde die Patientin enteral über den Jejunalkatheter unterstützt und ernährungstherapeutisch begleitet. Darunter konnte das Gewicht stabilisiert werden.</p>
<h5><strong>Ernährungstherapeutische Intervention:</strong></h5>
<p>Zum Zeitpunkt der Verlegung auf die Normalstation wog die Patientin 44 kg (bei Aufnahme 49 kg) bei einer Körpergröße von 1,63 m (BMI 17,7 kg/m²). Im Screening zeigte sich ein NRS von 5 und damit ein Hochrisiko für eine Energie- und Proteinmangelernährung. Anhand der GLIM-Kriterien wurde eine schwere Mangelernährung diagnostiziert.</p>
<p>Es erfolgte eine ausführliche Beratung zum Kostaufbau mit anschließender Umstellung auf die angepasste Vollkost. Empfohlen wurden mehrere kleine, energie- und proteinreiche Mahlzeiten über den Tag verteilt, langsames Essen sowie sorgfältiges Kauen. Zudem wurde die Pankreasenzymtherapie hinsichtlich Einnahme und Dosierung erläutert. Für den Fall eines weiteren Gewichtsverlustes wurde  dem behandelnde Ärzteteam die Verordnung einer hochkalorischen Trinknahrung (z. B. Fortimel Extra) empfohlen.</p>
<p>Ergänzend wurde eine enterale Ernährung über den intraoperativ angelegten Jejunalkatheter mit Nutrison begonnen (2 Beutel à 500 ml/Tag, entsprechend ca. 1000 kcal).</p>
<h5><strong>Zusammenfassung/Schlussfolgerung:</strong></h5>
<p>Dieser Fall illustriert, wie stark ein kachektischer bzw. schwer mangelernährter Ausgangszustand den perioperativen Verlauf beeinflussen kann.</p>
<p>Hier zeigt sich die zentrale Bedeutung eines frühzeitigen und standardisierten Screenings der tumorassoziierten Mangelernährung. Tumorkachexie ist häufig, prognostisch relevant und wird dennoch weiterhin unterschätzt. Schätzungen zufolge sind etwa 30 % aller onkologischen Patientinnen und Patienten betroffen; bei hepatopankreatikobiliären Tumoren liegt die Prävalenz sogar bei bis zu 80 % [1].</p>
<p>Ein strukturiertes Vorgehen umfasst zunächst ein Screening, beispielsweise mittels Nutritional Risk Score (NRS-2002). In einer aktuellen Metaanalyse zeigte sich, dass mehrere ernährungsmedizinische Scores – darunter der NRS-2002 – signifikant mit der Gesamtmortalität beim Pankreaskarzinom assoziiert sind [2]. Nach einem auffälligen Screening sollte ein weiterführendes Assessment anhand der GLIM-Kriterien erfolgen [3]. Diese ermöglichen eine standardisierte Diagnose der Mangelernährung durch die Kombination phänotypischer Kriterien wie ungewolltem Gewichtsverlust, niedrigem BMI oder reduzierter Muskelmasse mit ätiologischen Faktoren wie inflammatorischer Aktivität (z. B. Tumorerkrankung) oder verminderter Nahrungsaufnahme.</p>
<p>Für verschiedene Tumorentitäten konnte in randomisiert-kontrollierten Studien gezeigt werden, dass multimodale Konzepte aus Physiotherapie und Ernährungsinterventionen die Rate postoperativer Komplikationen senken und die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern [4-6]. Allerdings scheint die Patientenselektion entscheidend zu sein. Während sich bei onkologischen Patientinnen und Patienten perioperative Effekte zeigen, konnte ein multimodales Konzept bei älteren, gebrechlichen Patientinnen und Patienten vor elektiven nicht-kardiochirurgischen Eingriffen die Komplikationsrate nicht reduzieren [7].</p>
<p>Zusammenfassend zeigt dieser Fall, dass eine strukturierte ernährungsmedizinische Betreuung sowohl prä- als auch postoperativ relevant ist. Bei Risikopatientinnen oder -patienten sollte intraoperativ an die Anlage eines enteralen Ernährungszugangs (z. B. Jejunalkatheter) gedacht werden. Es bleibt aber eine Herausforderung, gefährdete Patientinnen und Patienten frühzeitig ernährungstherapeutisch zu evaluieren. Ebenso ist die Balance zwischen onkologischer Dringlichkeit und präoperativer Optimierung oft schwierig. Geeignet für eine Prähabilitation sind daher Situationen mit neoadjuvantem Therapiekonzept. Diese Phase bietet die Möglichkeit, Patientinnen und Patienten ernährungsmedizinisch und funktionell zu stabilisieren, ohne die onkologische Therapie wesentlich zu verzögern. Voraussetzung hierfür ist eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Chirurgie, Onkologie, Ernährungsteam und Physiotherapie.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>Fall eingereicht von:</h5>
<p><strong>Dr. med. Christian Stöß</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<h5><strong>Literatur:</strong></h5>
<ol>
<li>Tan, Y., et al., <em>Cancer cachexia: molecular basis and therapeutic advances.</em> Signal Transduct Target Ther, 2026. <strong>11</strong>(1): p. 16.</li>
<li>Yu, M., et al., <em>Prognostic potential of nutritional risk screening and assessment tools in predicting survival of patients with pancreatic neoplasms: a systematic review.</em> Nutr J, 2024. <strong>23</strong>(1): p. 17.</li>
<li>Cederholm, T., et al., <em>GLIM criteria for the diagnosis of malnutrition &#8211; A consensus report from the global clinical nutrition community.</em> Clin Nutr, 2019. <strong>38</strong>(1): p. 1-9.</li>
<li>Molenaar, C.J.L., et al., <em>Effect of Multimodal Prehabilitation on Reducing Postoperative Complications and Enhancing Functional Capacity Following Colorectal Cancer Surgery: The PREHAB Randomized Clinical Trial.</em> JAMA Surg, 2023. <strong>158</strong>(6): p. 572-581.</li>
<li>Berardi, G., et al., <em>Prehabilitation With Exercise and Nutrition to Reduce Morbidity of Major Hepatectomy in Patients With Sarcopenia: The PREHEP Randomized Clinical Trial.</em> JAMA Surg, 2025. <strong>160</strong>(10): p. 1068-1075.</li>
<li>Smyth, E., et al., <em>Preoperative Exercise to Improve Fitness in Patients Undergoing Complex Surgery for Cancer of the Lung or Esophagus (PRE-HIIT): A Randomized Controlled Trial.</em> Ann Surg, 2025. <strong>282</strong>(5): p. 690-698.</li>
<li>McIsaac, D.I., et al., <em>Home-Based Prehabilitation for Older Surgical Patients With Frailty: A Randomized Clinical Trial.</em> JAMA Surg, 2025.</li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://daem.de/der-besondere-fall-mangelernaehrung-bei-pankreaskarzinom/">Der besondere Fall &#8211; Mangelernährung bei Pankreaskarzinom</a> erschien zuerst auf <a href="https://daem.de">DAEM</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wissenshäppchen: Erkenntnisse aus dem EMA-Seminar &#8222;Interprofessionelles Ernährungsmanagement: Blinder Fleck &#8211; Langzeitpflege und Ernährungsvisite &#8211; praxisnah, interdisziplinär, wirksam&#8220;</title>
		<link>https://daem.de/wissenshaeppchen-erkenntnisse-aus-dem-ema-seminar-interprofessionelles-ernaehrungsmanagement-blinder-fleck-langzeitpflege-und-ernaehrungsvisite-praxisnah-interdisziplinaer-wirksam/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Steinebrunner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Feb 2026 14:35:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Sicherstellung einer adäquaten Ernährung gehört zu den zentralen Herausforderungen in der stationären Langzeitpflege. Trotz hoher Prävalenzen von Mangelernährung bleibt das Ernährungsmanagement im Versorgungsalltag häufig fragmentiert. Im EMA-Vortrag von Dr. Fabian Graeb und Regina Thorsteinsson wurde deutlich, dass strukturelle Defizite [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sicherstellung einer adäquaten Ernährung gehört zu den zentralen Herausforderungen in der stationären Langzeitpflege. Trotz hoher Prävalenzen von Mangelernährung bleibt das Ernährungsmanagement im Versorgungsalltag häufig fragmentiert. Im EMA-Vortrag von Dr. Fabian Graeb und Regina Thorsteinsson wurde deutlich, dass strukturelle Defizite und fehlende interprofessionelle Abstimmung maßgeblich dazu beitragen, dass relevante Probleme zu spät erkannt oder nicht konsequent adressiert werden.</p>
<p><strong>Mangelernährung als häufige, aber unterschätzte Problematik</strong><br />
Aktuelle Daten zeigen: In Pflegeheimen sind 9–38 % der Bewohner:innen mangelernährt, weitere 42–71 % weisen ein erhöhtes Risiko auf. Besonders problematisch ist der schleichende Gewichtsverlust bei hochaltrigen, multimorbiden Menschen, der oft als „normal“ interpretiert wird. Längsschnittdaten aus sechs Einrichtungen der Langzeitpflege belegen jedoch, dass bereits ein Gewichtsverlust ≥ 5 % innerhalb von sechs Monaten mit einer signifikant erhöhten Mortalität assoziiert ist. Regelmäßiges Wiegen allein reicht somit nicht aus – entscheidend ist die strukturierte Interpretation und Konsequenz daraus.</p>
<p><strong>Ernährungsmanagement im Pflegealltag: viele Maßnahmen, wenig Systematik</strong><br />
Die qualitative Analyse des Pflegealltags offenbarte ein bekanntes Muster: Gewichtskontrollen erfolgen regelmäßig, Screenings und Zieldefinitionen jedoch unzureichend. Individuelle Interventionen – etwa hochkalorische Zusatzangebote oder Anpassungen der Kostform – bleiben oft unsystematisch und abhängig vom Engagement einzelner Mitarbeitender. Präventive Maßnahmen wie flexible Essenszeiten, Förderung der Essgemeinschaft oder der Einsatz einfacher Hilfsmittel werden bislang deutlich unterschätzt, obwohl sie die Nahrungsaufnahme nachweislich unterstützen.</p>
<p><strong>Interprofessionelle Ernährungsvisite als strukturierender Ansatz</strong><br />
Als praxisnaher Lösungsansatz wurde die regelmäßige interprofessionelle Ernährungsvisite exemplarisch im akutklinischen Setting  vorgestellt. Sie bündelt pflegerische Beobachtungen, medizinische Einschätzungen und ernährungsfachliche Expertise in einem strukturierten Austausch. Ziel ist nicht eine zusätzliche Belastung, sondern eine gezielte Fokussierung auf gefährdete Patient:innen, klare Verantwortlichkeiten sowie überprüfbare Ziele. Internationale und nationale Erfahrungen zeigen, dass solche Visiten sowohl die Sensibilität für Ernährungsthemen als auch die Qualität der Versorgung nachhaltig verbessern können.</p>
<p><strong>Limitationen und Einordnung</strong><br />
Die vorgestellten Daten stammen überwiegend aus Beobachtungsstudien und Routineanalysen. Kausale Aussagen sind daher nur eingeschränkt möglich.</p>
<p><strong>Implikationen für die Praxis</strong><br />
Für die Langzeitpflege bedeutet dies: Ernährungsmanagement braucht Struktur, klare Zuständigkeiten und interprofessionelle Vernetzung. Regelmäßige Ernährungsvisiten, wie zum Beispiel in der Klinik, qualifizierte Fortbildungen und ein bewusster Blick auf präventive Maßnahmen können helfen, den „blinden Fleck“ zu schließen – mit potenziell großer Wirkung auf Lebensqualität und Prognose pflegebedürftiger Menschen.</p>
<p><strong>Zu den Referierenden:</strong><br />
Dr. phil. Fabian Graeb ist gelernter Gesundheits- und Krankenpfleger und aktuell als Pflegewissenschaftler (M. A.) am Institut für Pflege- und Gesundheitswissenschaften an der Hochschule Esslingen tätig. Er beschäftigt sich in mehreren Forschungsprojekten mit der Förderung des Mobilitäts- und Ernährungsstatus bei Pflegebedürftigen in Krankenhaus, stationärer Langzeitpflege und Tagespflege.</p>
<p>MScN Regina Thorsteinsson leitet als Advanced Practice Nurse am Klinikum Reutlingen das zentrale (interprofessionelle) Team Ernährung und Diabetes. Nach der Ausbildung zur Krankenschwester und Tätigkeit in verschiedenen Akutkliniken studierte sie in Island Pflegewissenschaft. Das Thema Mangelernährung wurde Schwerpunktthema des Masterstudiums, es folgte diverse Weiterbildungen im Ernährungsmanagement. Seit mehr als 20 Jahren ist die Rolle der Pflege im Ernährungsmanagement im interprofessionellen Ernährungsteam ein zentrales Anliegen.</p>
<p>Beide Referierende sind im Netzwerk Pflege und Ernährungsmanagement und im Ausschuss Pflege der DGEM aktiv.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer tiefer in aktuelle Themen der Ernährungsmedizin einsteigen möchte, findet in der Online-Seminarreihe <em>„Ernährungsmedizin aktuell – Neues aus Forschung und Praxis“</em> weitere praxiserprobte und wissenschaftlich fundierte Impulse. Die Reihe wird seit 2025 in Kooperation mit der DGEM e.V. durchgeführt und vermittelt aktuelle Erkenntnisse der Ernährungsmedizin kompakt und anwendungsorientiert für Mediziner:innen, Studierende, Ernährungsfachkräfte sowie weitere Gesundheitsberufe.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://daem.de/wissenshaeppchen-erkenntnisse-aus-dem-ema-seminar-interprofessionelles-ernaehrungsmanagement-blinder-fleck-langzeitpflege-und-ernaehrungsvisite-praxisnah-interdisziplinaer-wirksam/">Wissenshäppchen: Erkenntnisse aus dem EMA-Seminar &#8222;Interprofessionelles Ernährungsmanagement: Blinder Fleck &#8211; Langzeitpflege und Ernährungsvisite &#8211; praxisnah, interdisziplinär, wirksam&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://daem.de">DAEM</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wissenshäppchen: Erkenntnisse aus dem EMA-Seminar Geriatrische Ernährung im Fokus &#8211; Neue Leitlinie der DGEM</title>
		<link>https://daem.de/wissenshaeppchen-erkenntnisse-aus-dem-ema-seminar-geriatrie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Raynor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Dec 2025 09:58:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mangelernährung im Alter ist ein oft übersehenes, aber hoch relevantes Thema. In Kliniken sind 15–25 % der älteren Patient:innen betroffen, in Pflegeeinrichtungen sogar bis zu 30 %. Damit gehört Mangelernährung zu den wichtigsten modifizierbaren Faktoren, die Funktionalität, Genesung und Lebensqualität [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://daem.de/wissenshaeppchen-erkenntnisse-aus-dem-ema-seminar-geriatrie/">Wissenshäppchen: Erkenntnisse aus dem EMA-Seminar Geriatrische Ernährung im Fokus &#8211; Neue Leitlinie der DGEM</a> erschien zuerst auf <a href="https://daem.de">DAEM</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mangelernährung im Alter ist ein oft übersehenes, aber hoch relevantes Thema. In Kliniken sind 15–25 % der älteren Patient:innen betroffen, in Pflegeeinrichtungen sogar bis zu 30 %. Damit gehört Mangelernährung zu den wichtigsten modifizierbaren Faktoren, die Funktionalität, Genesung und Lebensqualität beeinflussen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im EMA-Seminar zeigte Prof. Dr. med. Jürgen M. Bauer eindrücklich, wie komplex und individuell die Ernährungssituation älterer Menschen ist – und wie klar die Evidenz dafür spricht, Ernährungsprobleme frühzeitig und strukturiert anzugehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was passiert im Alter – und warum steigt das Risiko für Mangelernährung?</strong></p>
<p>Mit zunehmendem Alter nimmt die fettfreie Masse ab, der Grundumsatz sinkt und gleichzeitig häufen sich Faktoren, die das Essen erschweren: Schluckstörungen, Schmerzen, kognitive Veränderungen, depressive Symptome, Polypharmazie oder soziale Isolation. Schon kurze Phasen reduzierter Aufnahme können zu deutlichem Gewichtsverlust, Muskelabbau und funktionellen Einbußen führen. Ein Verlust &gt; 5 % in drei Monaten gilt als eindeutiges Warnsignal.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Besonders entscheidend: Ältere Menschen benötigen mehr Protein. Während gesunde Ältere etwa 1,0–1,2 g/kg KG/Tag benötigen, kann der Bedarf bei Erkrankungen bis auf 1,2–1,5 g/kg KG/Tag ansteigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was hilft wirklich?</strong></p>
<ul>
<li>Ursachen erkennen und behandeln: Schmerzen, schlecht sitzende Prothesen, Dysphagie, Medikamente, Depression – all das beeinflusst die Nahrungsaufnahme. Erst wenn Hindernisse beseitigt sind, kann Ernährungstherapie greifen.</li>
<li>Pflegerische Unterstützung: Mehr Zeit beim Essen, verbale Anleitung, eine angenehme Umgebung – einfache Maßnahmen, die die Aufnahme steigern.</li>
<li>Mahlzeitenmodifikation: Energie- und proteinreichere Portionen, angepasste Konsistenzen, Zwischenmahlzeiten und individuelle Vorlieben fördern die Ernährung deutlich.</li>
<li>Trinknahrung: Gut untersucht, wirksam und in vielen Situationen unverzichtbar. Sie verbessert Energieaufnahme, Gewicht und Komplikationsraten – besonders bei Patient:innen mit manifester Mangelernährung.</li>
<li>Enterale und parenterale Ernährung: Kommt ins Spiel, wenn orale Ernährung nicht ausreicht – etwa bei schwerer Dysphagie oder akuten Krankheitsphasen. Voraussetzung ist stets eine positive Prognose und der Wille der Patient:innen.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Relevanz für die Praxis</strong></p>
<p>Für Ärzt:innen, Pflegekräfte und Ernährungsfachkräfte ist Mangelernährung ein zentraler Ansatzpunkt, um Behandlungsergebnisse zu verbessern. Schon kleine Optimierungen – etwa zusätzliche Zwischenmahlzeiten oder eine gezielte Proteinsteigerung – können Funktionalität, Kraft und Lebensqualität erhöhen. Ernährung ist ein therapeutischer Schlüssel in der Geriatrie.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zum Referenten:</strong><br />
Prof. Dr. med. Jürgen M. Bauer ist einer der renommiertesten deutschen Geriater und ein ausgewiesener Experte für Sarkopenie, Frailty und Ernährung im Alter. Seine Arbeiten und seine Mitarbeit an den DGEM-Leitlinien prägen die ernährungsmedizinische Versorgung älterer Menschen maßgeblich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer tiefer in aktuelle Themen der Ernährungsmedizin einsteigen möchte, findet in der Online-Seminarreihe <em>„Ernährungsmedizin aktuell – Neues aus Forschung und Praxis“</em> weitere praxiserprobte und wissenschaftlich fundierte Impulse. Die Reihe wird seit 2025 in Kooperation mit der DGEM e.V. durchgeführt und vermittelt aktuelle Erkenntnisse der Ernährungsmedizin kompakt und anwendungsorientiert für Mediziner:innen, Studierende, Ernährungsfachkräfte sowie weitere Gesundheitsberufe.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://daem.de/wissenshaeppchen-erkenntnisse-aus-dem-ema-seminar-geriatrie/">Wissenshäppchen: Erkenntnisse aus dem EMA-Seminar Geriatrische Ernährung im Fokus &#8211; Neue Leitlinie der DGEM</a> erschien zuerst auf <a href="https://daem.de">DAEM</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Der besondere Fall &#8211; Spinale Muskelatrophie</title>
		<link>https://daem.de/der-besondere-fall-sma/</link>
					<comments>https://daem.de/der-besondere-fall-sma/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Steinebrunner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2025 13:01:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der besondere Fall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Patientendaten: Geschlecht: Männlich Alter: 49 Jahre Beruf: Softwareentwickler Sport: 1x/Woche Physiotherapie Kein Raucher Trinkt gelegentlich Alkohol Anamnese/ Fallbeschreibung: Bei Herrn M. wurde im Alter von 13 Jahren eine Spinale Muskelatrophie (SMA) Typ 3 diagnostiziert. Die progrediente neuromuskuläre Erkrankung machte sich [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://daem.de/der-besondere-fall-sma/">Der besondere Fall &#8211; Spinale Muskelatrophie</a> erschien zuerst auf <a href="https://daem.de">DAEM</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Patientendaten:</strong></h5>
<ul>
<li>Geschlecht: Männlich</li>
<li>Alter: 49 Jahre</li>
<li>Beruf: Softwareentwickler</li>
<li>Sport: 1x/Woche Physiotherapie</li>
<li>Kein Raucher</li>
<li>Trinkt gelegentlich Alkohol</li>
</ul>
<h5><strong>Anamnese/ Fallbeschreibung:</strong></h5>
<p>Bei Herrn M. wurde im Alter von 13 Jahren eine Spinale Muskelatrophie (SMA) Typ 3 diagnostiziert. Die progrediente neuromuskuläre Erkrankung machte sich bereits einige Jahre zuvor bemerkbar, da die Mitschüler im Sportunterricht häufig schneller waren, während seine Oberschenkelmuskeln bereits nach kurzer Zeit ermüdeten. Heute ist Herr M. zwar noch gehfähig, doch längere Strecken legt er mit dem Elektromobil zurück (elektrisch betriebenes Fahrzeug für mobilitätseingeschränkte Personen). Die Kraftlosigkeit nahm im Verlauf auch im Bereich der Arme zu. Die Kau- und Schluckmuskulatur ist nicht betroffen.</p>
<p>Herr M. ist noch in der Lage seine Mahlzeiten selbstständig einzukaufen und zuzubereiten. Er ernährt sich omnivor, doch präferiert hin und wieder vegane Produkte (z.B. Hafermilch, Sojajoghurt, ..).</p>
<p>Nach dem Nutritional Risk Screening (NRS 2002) besteht bei Herrn M. keine Risiko für eine Mangelernährung.</p>
<h5><strong>Befunde und Diagnosen:</strong></h5>
<p>Herr M. hat zeit seines Lebens einen BMI im Normbereich, aktuell von 23,2 kg/m<sup>2</sup> (Größe: 1,87 m; Gewicht: 81 kg). Die BIA-Analyse zeigt jedoch ein ungünstiges Verhältnis von Fett- zu Skelettmuskelmasse:</p>
<ul>
<li>Phasenwinkel: 3,1°</li>
<li>Fettmasse: 24,2 kg und 29,8 % vom Gesamtkörpergewicht</li>
<li>Skelettmuskelmasse (ASMM): 21,2 kg</li>
<li>Skelettmuskelmasse-Index (ASMI): 5,7 kg/m<sup>2</sup></li>
</ul>
<p>Nach den überarbeiteten Grenzwerten der „European Working Group on Sarcopenia in Older People“ (EWGSOP2) erfüllt Herr M. mit einem ASMI von unter 7 kg/m<sup>2</sup> in Kombination mit der vorhandenen Muskelschwäche die Kriterien für eine Sarkopenie, in seinem Falle aufgrund der SMA.<strong><sup>1</sup></strong></p>
<p>Die Blutwerte zeigen eine 25-Hydroxy-Vitamin D3-Serumkonzentration von 21,2 ng/ml.</p>
<p>Mittels Knochendichtemessung (DXA) im Rahmen der Regelversorgung bei SMA wurde eine Osteoporose im rechten proximalen Femur diagnostiziert:</p>
<ul>
<li>T-Score gesamt: -1,6</li>
<li>T-Score rechter Femur: -3,0</li>
</ul>
<p>Ein 7-tägiges Ernährungsprotokoll zeigt eine Proteinaufnahme von ca. 0,7 g/kg Körpergewicht sowie eine Calciumaufnahme von ca. 550 mg pro Tag.</p>
<p>Herr M. wird für die SMA alle 4 Monate intrathekal mit Spinraza behandelt.</p>
<h5><strong>Ernährungstherapeutische Intervention:</strong></h5>
<p>Herr M. hat nach BMI zwar Normgewicht, doch zeigt die BIA-Analyse eine zu hohe Fettmasse, wobei diese besonders viszeral vorliegt. Zudem wurde eine Osteoporose diagnostiziert, welche in Zukunft medikamentös behandelt wird.</p>
<p><strong>Energiebedarf nach BIA-Analyse</strong>:</p>
<ul>
<li>Ruheenergieumsatz: 1780 kcal (nach Harris-Benedict)</li>
<li>Gesamtenergieumsatz: 2314 kcal (mit PAL 1,3)</li>
</ul>
<p><strong>Ziele der Ernährungstherapie</strong>:</p>
<ul>
<li>Reduktion der Körperfettmasse</li>
<li>Erhalt der Skelettmuskelmasse</li>
<li>Ernährungsempfehlungen zur begleitenden Therapie der Osteoporose</li>
<li>Alkoholreduktion/-verzicht</li>
</ul>
<p><strong>Reduktion der Körperfettmasse:</strong></p>
<p>Stufenweise Kcal-Restriktion auf zunächst 2100 kcal. Es konnte nach einigen Wochen keine Gewichtsabnahme festgestellt werden, weshalb auf 1900 kcal reduziert wurde. Auch hier kaum Gewichtsverlust. Erst bei 1800 kcal pro Tag zeigte sich eine Gewichtsabnahme mit Reduktion der Körperfettmasse nach erneuter BIA-Analyse.</p>
<p>Dazu erhöhte Herr M. seine sportliche Tätigkeit im Rahmen seiner Möglichkeiten durch eine zusätzliche Physiotherapiestunde sowie Aquagymnastik einmal pro Woche.</p>
<p><strong>Erhalt der Skelettmuskelmasse</strong>:</p>
<p>Die tägliche Proteinmenge wurde auf mind. 0,8g/kg Körpergewicht gesteigert, um die verbleibende Skelettmuskelmasse zu erhalten.</p>
<p><strong>Ernährungstherapie Osteoporose</strong>:</p>
<p>Steigerung des Vitamin-D-Blutspiegels auf mindestens 30 ng/ml über Supplementation in Kombination mit vermehrtem Aufenthalt im Freien zwischen April und September.<strong><sup>2</sup></strong></p>
<p>Steigerung der Calciumaufnahme über calciumreiche Lebensmittel (z.B. Milchprodukte, Brokkoli, Grünkohl) auf die empfohlene Tagesdosis von 1000 mg. Herr M. achtete stark darauf mehr calciumreiche Lebensmittel zu sich zu nehmen. Er präferiert nun den Kuhmilch-Joghurt und ist von Hafermilch auf Sojamilch umgestiegen, welche mit Calcium angereichert ist. Dazu kauft er ab und zu calciumreiches Mineralwasser, wobei er Leitungswasser präferiert, da dies seine Armmuskulatur verglichen mit den schweren Glasflaschen weniger beansprucht. An den Tagen, wo die Deckung des Tagesbedarfs über die Ernährung nicht möglich ist supplementiert er Calcium.<strong><sup>2</sup></strong></p>
<p>Die Kontrolle der Vitamin-D-Blutspiegels sowie die Überwachung der Calciumzufuhr sollte mindestens jährlich erfolgen.<strong><sup>2</sup></strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Zusammenfassung/Schlussfolgerung:</strong></p>
<p>Herr M. konnte im Verlauf der Behandlung seine Körperfettmasse von initial 29,8 auf 23 % reduzieren. Die Gewichtsreduktion konnte erst bei einer täglichen Zufuhr von ca. 1800 kcal erreicht werden, was weniger als erwartet war. Doch gerade bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen zeigt sich in der Praxis häufig, dass die Berechnung des Ruheenergieumsatzes &#8211; unabhängig davon welche Formel man nutzt &#8211; überschätzt wird. Die niedrige Skelettmuskelmasse ist ein großer Faktor, der zu einem niedrigeren Energiebedarf führt. Ebenso sollte von einem zu starken Energiedefizit abgesehen werden (Stichwort Crash Diäten), um einem Verlust der Muskelmasse unbedingt vorzubeugen. Hier muss vorsichtig vorgegangen werden, um die individuell richtige Kcal-Menge herauszufinden, die eine Körperfettreduktion ermöglicht, aber gleichzeitig die Muskelmasse erhält. Dazu muss selbstverständlich auf eine Deckung des täglichen Proteinbedarfs geachtet werden, was in diesem Patientenspektrum eine der wichtigsten Ernährungsempfehlungen ist.</p>
<p>Bei seinen sportlichen Aktivitäten achtet Herr M. darauf seine Muskeln nicht bis zur Ermüdung zu beanspruchen, da Muskelkater im Rahmen einer neuromuskulären Erkrankung unbedingt zu vermeiden ist. Trotzdem ist die Ausübung einer sportlichen Betätigung, unabhängig davon wie ausgeprägt diese stattfinden kann, sehr wichtig. Gerade Patienten, die nicht mehr gehfähig sind, sollten unbedingt Bewegung im Rahmen ihrer Möglichkeiten einbauen, um eine mögliche Fettmasseabnahme zu erleichtern (hier gibt es meist weniger Spielraum in der Kcal-Reduktion).</p>
<p>Das Risiko einer Osteoporose ist aufgrund der Immobilität und möglicherweise auch aufgrund krankheitsspezifischer physiologischer Mechanismen bei einer neuromuskulären Erkrankung ebenso erhöht.</p>
<p>In der Ernährungstherapie von Herrn M. galt es die Fettmasse zu normalisieren, die Muskeln durch ausreichende Proteinaufnahme zu erhalten, die Osteoporose begleitend ernährungstherapeutisch zu behandeln sowie individuelle Faktoren (wie Kau- und Schluckstörungen, verzögerte Magenentleerung, Reflux, Obstipation), welche häufig bei neuromuskulär Erkrankten vorkommen, zu beachten.</p>
<p>Ebenso wichtig sind eine detaillierte Anamnese zum Gesundheitszustand, Ressourcen im Umfeld (Familie, Freunde, Pflegepersonal) und zu körperlichen Fähigkeiten (Kochen, Einkaufen, ..), um zu ermitteln welche Empfehlungen umsetzbar sind.</p>
<p>Herr M. freut sich, neben den erwünschten gesundheitlichen Vorteilen der Ernährungstherapie, vor allem darüber, dass ihm nun Alltagsaktivitäten leichter fallen. Auch wenn der Muskelmassenverlust irreversibel ist, muss Herr M. nun weniger Gewicht mit seiner verbliebenen Muskelkraft tragen, wodurch eine verbesserte Mobilität erreicht werden konnte.</p>
<h5>Fall eingereicht von:</h5>
<p><strong>Daniela Grote, ZEP München</strong></p>
<h5><strong>Literatur:</strong></h5>
<p>Cruz-Jentoft A, Bahat G et al.: Sarcopenia: revised European consensus on definition and diagnosis. Age and Ageing. 2018 Sep 24;48(1):16–31. doi: 10.1093/ageing/afy169</p>
<p>Birnkrant D, Bushby K et al.: Diagnosis and management of Duchenne muscular dystrophy, part 1: diagnosis, and neuromuscular, rehabilitation, endocrine, and gastrointestinal and nutritional management. Lancet Neurol. 2018 Feb 3;17(3):251–267. doi: 10.1016/S1474-4422(18)30024-3</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://daem.de/der-besondere-fall-sma/">Der besondere Fall &#8211; Spinale Muskelatrophie</a> erschien zuerst auf <a href="https://daem.de">DAEM</a>.</p>
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		<title>Wissenshäppchen: Erkenntnisse aus dem EMA-Seminar „Hitzewallungen wegfuttern … geht das? – Ernährung, die in den Wechseljahren helfen kann“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Steinebrunner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2025 10:50:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wechseljahre sind keine Krankheit – aber für viele Frauen eine herausfordernde Lebensphase. Schlafstörungen, Hitzewallungen, Gewichtszunahme oder Stimmungsschwankungen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Patientinnen Unterstützung suchen. Im aktuellen EMA-Seminar zeigte Oecotrophologin Susanne Liedtke eindrucksvoll, wie groß der Einfluss der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wechseljahre sind keine Krankheit – aber für viele Frauen eine herausfordernde Lebensphase. Schlafstörungen, Hitzewallungen, Gewichtszunahme oder Stimmungsschwankungen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Patientinnen Unterstützung suchen. Im aktuellen EMA-Seminar zeigte Oecotrophologin Susanne Liedtke eindrucksvoll, wie groß der Einfluss der Ernährung auf diese Beschwerden ist – und warum er in der Praxis oft unterschätzt wird.</p>
<p>Mit dem Rückgang des Östrogens verändert sich der Stoffwechsel grundlegend: Die Insulinsensitivität nimmt ab, die Blutzuckerregulation wird instabiler, Muskelmasse baut sich schneller ab und auch das Darmmikrobiom verändert sich. All das trägt dazu bei, dass Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafprobleme oder Bauchfettbildung zunehmen können. Genau hier setzt die Ernährung als therapeutischer Hebel an.</p>
<p><strong>Was hilft wirklich?</strong><br />
Studien belegen, dass eine überwiegend pflanzenbasierte, ballaststoffreiche und mediterran geprägte Ernährung die Stoffwechselparameter verbessert und menopausale Symptome messbar reduzieren kann. Besonders wirksam sind:</p>
<ul>
<li><strong>Hülsenfrüchte &amp; Soja:</strong> reich an pflanzlichem Protein und sekundären Pflanzenstoffen, die positiv auf Hitzewallungen wirken können<strong>.</strong></li>
<li><strong>Grünes Blattgemüse &amp; Kreuzblütler: </strong>nährstoffreich, entzündungshemmend und wichtig für den Östrogenstoffwechsel.</li>
<li><strong>Ballaststoffe:</strong> zentrale Rolle für Blutzucker, Darmgesundheit und Östrogenausscheidung – hier besteht bei vielen Frauen ein großes Defizit.</li>
<li><strong>Fermentiertes wie Joghurt, Kefir, Kimchi, Sauerkraut:</strong> unterstützt das Mikrobiom und damit indirekt auch das hormonelle Gleichgewicht.</li>
<li><strong>Hochwertige Fette wie Olivenöl:</strong> unterstützen Herz-Kreislauf-Gesundheit und wirken antientzündlich.</li>
</ul>
<p>Gleichzeitig lohnt es sich, <strong>Zucker und Alkohol</strong> konsequent zu reduzieren – beide wirken sich nachweislich ungünstig auf die Blutzuckerregulation und den Entzündungsstatus aus und können dadurch Symptome verstärken.</p>
<p><strong>Relevanz für die Praxis:</strong><br />
Für Ärzt:innen und Ernährungsfachkräfte bieten diese Erkenntnisse eine wertvolle Ergänzung zur hormonellen oder medikamentösen Therapie. Schon kleine, konsequente Ernährungsumstellungen können die Lebensqualität spürbar verbessern. Viele Frauen berichten über besseren Schlaf, mehr Energie, stabilere Stimmung und weniger Hitzewallungen – teilweise bereits nach wenigen Wochen.</p>
<p>Das Seminar zeigt: Ernährung ist kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Bestandteil der ganzheitlichen Betreuung während der Wechseljahre.</p>
<p><strong>Zur Referentin:</strong><br />
Der Vortrag wurde gehalten von <strong>Susanne Liedtke (Dipl. Oecotrophologin)</strong>, Gründerin von <em>NOBODYTOLDME</em>, einem Beratungs- und Aufklärungsprogramm rund um Ernährung und Gesundheit in den Wechseljahren. Weitere Informationen unter: www.nobodytoldme.com.</p>
<p>Wer tiefer in aktuelle Themen der Ernährungsmedizin einsteigen möchte, findet in der Online-Seminarreihe <em>„Ernährungsmedizin aktuell – Neues aus Forschung und Praxis“</em> weitere praxiserprobte und wissenschaftlich fundierte Impulse. Die Reihe wird seit 2025 in Kooperation mit der DGEM e.V. durchgeführt und vermittelt aktuelle Erkenntnisse der Ernährungsmedizin kompakt und anwendungsorientiert für Mediziner:innen, Studierende, Ernährungsfachkräfte sowie weitere Gesundheitsberufe.</p>
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		<title>DAEM e.V. ist Partner beim 68. Bundeskongress des VDD</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Steinebrunner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2025 15:35:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>VDD &#38; Friends &#8211; Gemeinsam ist MEHR drin! Vom 7. bis 9. Mai 2026 findet der 68. Bundeskongress des VDD, im kommenden Jahr erstmals gemeinsam mit VDOE, BDEM, DGEM und DAEM in Wolfsburg statt. Da der ESPEN-Kongress nächstes Jahr in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>VDD &amp; Friends &#8211; Gemeinsam ist MEHR drin!</strong></p>
<p>Vom 7. bis 9. Mai 2026 findet der 68. Bundeskongress des VDD, im kommenden Jahr erstmals gemeinsam mit VDOE, BDEM, DGEM und DAEM in Wolfsburg statt. Da der ESPEN-Kongress nächstes Jahr in Berlin stattfinden wird, setzt der Kongress ERNÄHRUNG 2026 aus und findet erst wieder 2028 in Nürnberg statt. Umso mehr freuen wir uns den Kongress in Wolfsburg unter dem Motto VDD &amp; Friends – Gemeinsam ist MEHR drin! zum Thema “Ernährungstherapie und –medizin: professionell, individuell und interdisziplinär.” aktiv mitzugestalten.</p>
<p>Weitere Informationen folgen.</p>
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