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    Das Zertifikat

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    Das Zertifikat „Lehrklinik für Ernährungsmedizin“ wird von der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM) vergeben. Es umfasst den gesamten Bereich der Ernährungsmedizin in einer Klinik – von der Ernährungstherapie über Prozessabläufe bis hin zur Speisenversorgung. Das Zertifikat besteht seit mehr als 20 Jahren und hat die Qualitätssicherung und interdisziplinäre Zusammenarbeit der Ernährungsteams und der anderen an der ernährungsmedizinischen Versorgung beteiligten Berufsgruppen in Akut- und Rehakliniken in Deutschland etabliert. Diese Zertifizierung versteht sich als ein Prozess mit dem Ziel schrittweise in der gesamten Klinik Qualitätsstandards in der ernährungsmedizinischen Versorgung zu errichten, um eine inhaltliche und nachhaltige Entwicklung in diesem Bereich zu ermöglichen.

    Ablauf der Zertifizierung

    Anforderungen der DAEM

    1. Beschreibung der Klinik
    • Träger der Klinik
    • Leitung der Klinik
    • Bettenanzahl der Klinik
    • Fachabteilungen der Klinik (welche)
    • Besonderheiten der Klinik
    • bereits vorliegende Zertifizierungen
    2. personelle Voraussetzungen

    Medizin:

    • Es müssen mindestens 2 Ernährungsmediziner:innen (curriculare Weiterbildung nach BÄK-Muster oder Zusatzbezeichnung „Ernährungsmedizin“ nach neuer WBO) vorhanden sein (an jedem Arbeitstag muss für mind. 7 Stunden ein Ernährungsmediziner:in verfügbar sein).
    • Ernährungsmediziner:in muss die Leitung der klinischen Ernährungsmedizin der Klinik sein.
    • Folgende Kompetenzen der ernährungsmedizinischen Leitung müssen etabliert sein:
      • Die Ernährungstherapie ist der ärztlichen Leitung unterstellt
      • Die Verwaltung hat gegenüber der Ernährungstherapie keine inhaltliche Weisungsbefugnis
      • Leitung der Ernährungskommission
      • Federführend für den Diätkatalog der Klinik verantwortlich
      • Mitwirkung bei der Kontrolle und Steuerung der Kostformen der Klinik
      • Steuerung der Kostformverordnung der Klinik

    Ernährung:

    • Es müssen mindestens 2 Ernährungsfachkräfte (Diätassistentinnen bzw. Diätassistenten, Oecotrophologinnen bzw. Oecotrophologen, Ernährungswissenschaftlerinnen bzw. Ernährungswissenschaftler) vorhanden sein (an jedem Arbeitstag muss für mind. 7 Stunden eine Ernährungsfachkraft verfügbar sein.)
    • Eine Ernährungsfachkraft muss als qualitätsbeauftragte Fachkraft für die Speisenversorgung geschult (Schulung bei DAEM) und ernannt sein.

    Küche:

    • Küchenleitung mit Stellvertretung muss benannt sein
    • Diätetisch geschulter Koch/Köchin soll vorhanden sein

    Pflege:

    • Eine ernährungsmedizinische Pflegekraft kann vorhanden sein
    3. strukturelle Voraussetzungen

    Es muss eine Ernährungskommission etabliert sein, die sich folgendermaßen zusammensetzt:

      • Ärztliche Leitung Ernährungsmedizin
      • Klinikleitung (fakultativ)
      • Ernährungsfachkräfte
      • Pflegedienstleitung
      • Stationsleitungen (fakultativ)
      • Küchenleitung
      • Diätkoch/Diätassistentin der Küche (fakultativ)
    • Ein Organigramm der ernährungsmedizinischen Organisation in der Klinik muss vorliegen.
    • Externe Partner (wenn vorhanden) des Ernährungsteams und der Speisenversorgung müssen schriftlich benannt sein.
    • Regelmäßige Sitzungen des Ernährungsteams müssen stattfinden.
    • Es müssen regelmäßige Mitarbeiterschulungen-/Fortbildungen stattfinden.
    • Ein Qualitätsmanagement muss etabliert sein.
    • Eine DIN EN ISO Zertifizierung der Klinik muss vorliegen.
    • Ein QM-gerechtes Dokumentenlenkungssystem muss etabliert sein.
    • Jährliche Qualitätsziele sollen formuliert sein.
    • Eine Mitwirkung an lokalen oder überregionalen Qualitätszirkeln kann erfolgen.
    4. Geräte und Räume

    Folgende Geräte und Räume müssen vorgehalten werden:

    • Kalibrierte Waage
    • Ausstattung für Patienten mit einem Gewicht > 200 kg (optional)
    • Bioimpedanzanalyse
    • H2-Atemtest (optional)
    • Sonographie
    • Räume für Patientengespräche und Schulungen
    • Handkraftmessung
    5. Aufnahme der Patienten
    • Größe, Gewicht und BMI müssen erfasst und in der Akte dokumentiert werden.
    • Ein Screening des Mangelernährungsrisikos muss unter einer bestimmten Methode (z.B. NRS, MNA) und Verantwortung durchgeführt werden. Eine SOP hierzu muss vorliegen.
    • Der Bedarf an ernährungsmedizinischer Betreuung des Patienten soll festgestellt, kommuniziert und dokumentiert werden.
    6. Ernährungstherapie und Monitoring
    • Mindestens eine SOP für die Ernährungstherapie für chronisch kranke Stoffwechselpatienten muss vorhanden sein.
    • Mindestens eine SOP für die Ernährungstherapie bei Adipositas muss vorhanden sein.
    • Mindestens eine SOP für die Ernährungstherapie mit Trinknahrung und oralen Nahrungssupplementen muss vorhanden sein.
    • Mindestens eine SOP für die Ernährungstherapie enterale/parenterale Ernährung muss vorhanden sein.
    • Mindestens eine SOP zur Behandlung schwer mangelernährter Patienten zur Vermeidung eines Refeeding-Syndroms muss vorhanden sein.
    • Regelmäßige Ernährungsvisiten mit Kontrolle des Therapieerfolges sollen stattfinden.
    • Folgende Parameter sollen während des Verlaufes überwacht und dokumentiert werden:
      • Gewicht und BMI
      • Aktuelle Nahrungsaufnahme (das Intervall ist indikationsbezogen)
      • (ernährungsmedizinisch relevante) Laborparameter
    • Einzelberatungen sollen nach einem definierten Ablauf erfolgen. (Bedarfsermittlung, Anforderung, Ausführung, Dokumentation, Nachsorgeempfehlung – angelehnt an den G-NCP)
    • Beratungsmaterialien für wichtige Indikationen müssen bereitgestellt sein.
    7. Entlassmanagement
    • Bei Überleitung mit enteraler/ parenteraler Ernährung soll eine Meldung des Patienten bzw. der Patientin an das Ernährungsteam möglichst mindestens 36 Stunden vor Entlassung erfolgen.
    • Die Kontaktaufnahme mit dem Homecare-Versorger und Weiterleitung des Patienten bzw. der Patientin soll standardisiert ablaufen und über Überleitungsbögen schriftlich stattfinden.
    • Der bzw. die Patient:in soll die Einwilligung in die Datenweitergabe an das Homecare-Unternehmen unterschreiben.
    • Es sollen definierte Kommunikationsprozesse auch für die Rückmeldung der Homecarer eingehalten werden. Der Patienten-Therapieplan der Homecarer kann dem Ernährungsteam vorliegen.
    • Die Entlassungs-/Verlegungsdokumentation soll relevante ernährungsmedizinische und –therapeutische Angaben enthalten.
    • Poststationäre/ambulante Angebote durch die Klinik kann es geben.
    8. Berechnung und Analytik der Krankenhauskost
    • Alle 2 Jahre muss eine Analytik der Vollkost DGE (bzw. der häufigsten Kostform) über jeweils 3 aufeinanderfolgende Tage erfolgen – Analyse der Proben durch externes Labor
    • Die analysierten Werte werden mit den durch die Klinik berechneten Zielwerten der Kostform in der gleichen Woche vergleichen
    • Hierbei müssen folgende Makro- und Mikronährstoffe berücksichtigt werden: Brennwert, Proteine, Kohlenhydrate, davon Zucker, Fett, davon gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Kochsalz, Kalium, Calcium
    • Die Ergebnisse müssen im Rahmen der nächsten Sitzung der Ernährungskommission besprochen werden.
    • Die Klinik muss eine qualitätsbeauftragte Person für die Speisenanalytik benennen. Diese wird durch die DAEM geschult.
    9. Organisation der Speisenversorgung
    • Die Ernährungskommission soll weisungsbefugt gegenüber der Küche/dem Caterer sein.
    • Ein Kostform- und Diätenkatalog soll vorhanden sein (inklusive der Angaben zu den Verantwortlichkeiten) und muss sich am LEKuP (Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis) orientieren.
    • Eine Rezepturdatei mit einer Verlaufsdokumentation soll vorhanden sein.
    • Die Kostformen müssen sich an den Anforderungen des LEKuP (Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis) orientieren.
    • Die Speisenabfrage soll durch eine geschulte Person erfolgen und die Versorgung gegebenenfalls durch ein Software-Programm unterstützt werden (Falls ja: welche Software wird hierfür verwendet).
    • Es soll eine Menü- oder Komponentenwahl etabliert sein.
    10. Fortbildung und Wissenschaft
    • Ein ernährungsmedizinisches Einarbeitungskonzept für neue Mitglieder des Ernährungsteams (Ernährungsfachkräfte und Ernährungsmediziner:innen) muss vorhanden sein.
    • Ein ernährungsmedizinischer Qualifizierungs- und Fortbildungsplan soll vorhanden sein.
    • Hospitationen können durchgeführt werden.
    • Mitglieder des Ernährungsteams müssen aktiv/passiv an Seminaren, Weiterbildung und Kongressen teilnehmen.
    • An wissenschaftlichen Projekten kann teilgenommen werden.
    • Zugang zu Fachliteratur und Zeitschriften muss vorhanden sein.

    Hinweis zur Abstufung der Anforderungen:

    • muss“: dies bedeutet, dass wenn diese Anforderung nicht erfüllt wird, auch keine erfolgreiche Zertifizierung möglich ist.
    • soll“: dies bedeutet, dass die Erfüllung der Anforderung wünschenswert ist.
    • kann“: dies bedeutet, dass die Erfüllung dieser Anforderung als optional angesehen wird.